eBike Erfahrungsbericht mit KTM Stromrädern Frankreich durchquert

Le Tour eBike en France 2017

1.900 Kilometer in vier Wochen pannenfrei durch Frankreich – mit Trekkingrädern KTM Sport CL und KTM Macina Sport 10 CX 5

par Christine et Wolfgang de Stuttgart

Le Tour eBike en France 2017
Abfahrt Stuttgart Hbf

Nützliche Hinweise vorab:

  • Akku reicht auf Strecken ohne größere Steigungen bis zirka 100 km (eine zierliche, leichte Person kann mit mäßigem Gepäck dabei mit häufiger Tour-Unterstützung fahren, bei entsprechend höherem Gewicht ist diese Strecke mit dauerhaftem Eco-Betrieb zu erreichen).
  • Ein Fahrradschloss, mit dem man gegebenenfalls die Akkus beim Laden in den Sanitärs von Campingplätzen irgendwo anschließen kann, ist sinnvoll. Meist ist kostenloses Laden an der Rezeption möglich.
  • Fernradwege in Frankreich sind perfekt ausgeschildert und in sehr gutem Zustand, mit meist sehr guter Rad-Infrastruktur.
  • Unterkünfte mit Label Acceuil Vélo haben manchmal reduzierte Tarife und immer sichere Abstellmöglichkeiten.
  • Es gibt Inlands-TGVs mit wenigen Fahrradplätzen (vorher reservieren, pro Ticket 10 Euro zusätzlich).
  • Rad-Mitnahme in den Regionalzügen TER im Sommer gebührenfrei.
  • Campingplätze häufiger mal ohne Restaurant und Laden – Proviant resp. Weg ins Ortsinnere einplanen.
Le Tour eBike en France 2017
Sehr gute Radwegbschilderung

Der Plan:

Mit den im März gekauften neuen Stromrädern einmal quer durch Frankreich fahren, mit dabei ein Zelt, jeweils zwei Fahrradtaschen und je ein wasserdichter Packsack.

Die Umsetzung:

Elsass
Der Ausgangspunkt Straßburg ist ab Stuttgart gar nicht so leicht zu erreichen, jedenfalls nicht per ICE oder TGV. Statt uns durch den Schwarzwald zu hangeln, haben wir uns entschieden, mit einem Regionalzug über Karlsruhe bis kurz vor Kehl (Appenweier) zu fahren, der Radplatz im Zug musste reserviert werden.
In Appenweier setzten wir uns auf die Räder, fuhren über die Grenze nach Straßburg und dort begann eine wunderbare Tour (Euro Velo 5) durch die Weinberge und -örtchen des Elsass’, die wir trotz vielen ordentlichen Steigungen dank Stromrädern in zwei Tagen gefahren sind.

Besonderheiten:
Störche auf den Campingplätzen (Riquewihr , Cernay)

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Camping à la Ferme
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Bahntrassen wurden Baumkathedralen
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Ihre Vielseitigkeit macht sie so ergiebig
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In den Weinbergen

Rhein-Rhone-Kanal und Doubs
Ab Cernay (südlich der Vogesen) galt es, vom Radweg Euro Velo 5 auf Euro Velo 6 zu wechseln, um auf letzterem durchgehend Richtung Atlantik zu fahren. Wir haben uns mittels Google-Maps von Cernay nach Hagenbach durchgeschlagen und sind in Montbéliard, der ersten Station auf diesem Weg, auf historische Spuren württembergischer Herzöge gestoßen.
Wunderbar ist der Radweg am Rhein-Rhone-Kanal mit seinen unzähligen Staustufen entlang und besonders ab Montbéliard durch das äußerst reizvolle Tal des Doubs’.

Besonderheiten:
Empfehlenswerte, charmante Unterkunft (Zimmer oder Camping) mit herausragendem Table d’hôte: http://www.lamaisonimparfaite.fr/
Schöne Stationen auf dieser Etappe: neben Montbéliard unbedingt auch Besançon und Dole mit ihren unterirdischen Kanälen.

Saône
Von Dole aus geht es an die Saône, um ihr durch eine etwas großräumigere, herbere Landschaft zu folgen. Immer wieder begleiten einen Kanäle, Staustufen und Schleusen. In Verdun-sur-le-Doubs trifft man noch einmal auf den Doubs, der hier in die Saône fließt.

Besonderheiten:
Schöne Flussauenlandschaft, gerade auch in Verdun-sur-le-Doubs.

Canal du Centre
In Chalon-sur-Saône verlässt man die Saône, um am Canal du Centre das südliche Burgund zu durchfahren und bei Digoin schließlich auf die Loire resp. den Canal Lateral à la Loire zu treffen. Es folgt eine Fahrt an schönen Viehweiden, Weinbergen und Industriedenkmälern vorbei, teilweise auf einer Department-Straße, auf der die überholenden Autofahrer aber viel Rücksicht auf Radfahrer nehmen, teilweise fern der Straße über steilere Bergetappen.

Besonderheiten:
Das Zusammentreffen von Canal du Centre und Canal Lateral à la Loire auf einer Kanalbrücke, die über die Loire führt.

Loire
Grob führt der gesamte weitere Radweg bis an den Atlantik an der Loire entlang. Zunächst folgt man dem Canal Lateral à la Loire. Die unregulierte, vielgestaltige Loire mit ihren zahlreichen Inseln, Sandbänken, Nebenarmen beeindruckt, obwohl sie jetzt, im sehr trockenen Sommer, wenig Wasser führt. Wildromantische wechseln sich mit weiten Landschaften und großartigen Flussauen ab, weitläufige Brückenbauten beeindrucken. Campingplätze liegen häufig stadtnah direkt am Fluss, dazwischen gibt es sehr verlassene Landstriche, in sehr kleinen Orten ist die Verpflegung abends nicht ganz einfach.
Etwa ab Orléans kommen die berühmten Schlösser der Loire ins Spiel, für die man teilweise kleine Umwege oder Abstecher fahren muss. Wenn der Gegenwind – der Atlantik naht – stark und anhaltend von Westen herbläst, machen sich die Stromräder besonders verdient.
Die Loire-Landschaft, bei Nantes sehr beschaulich geworden, weitet sich wieder und wird deutlich maritimer. Zielpunkt: Die große Brücke in St. Nazaire direkt am Atlantik über die Mündung der Loire – wegen starker Seitenwinde wird von ihrer Überquerung per Rad abgeraten. Der extreme Wind bei unserer Ankunft hat uns diese Idee schnell aus dem Kopf geweht.
Eine schöne, pinienbestandene Küste erstreckt sich südlich von St. Nazaire, ein idealer Ort, um nach drei Wochen und über 1.300 km quer durch Frankreich erst einmal am Strand zu entspannen.

Besonderheiten:
Interessante Städte wie Nevers, Orléans, Blois, Tours und Nantes, schöne Dörfer wie Beaugency, Abstecher nach Schloss Chambord (sehr gut mit dem Rad zu erreichen), den Park von Villandry oder die Abtei Fontevraud lohnen sich. In der Gegend um Saumur reichen Karsthügel bis an die Loire, in denen es Höhlen- und in den Hang gebaute Häuser gibt.

Le Tour eBike en France 2017
Limonadenpause
Le Tour eBike en France 2017
Kaffeepause
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Neben Schlössern auch Atomkraftwerke an der Loire

La Vélo Francette – Von Angers bis Fers
Unsere Frankreich-Durchquerung wollten wir mit einer Fahrt durch die Normandie beenden. Bereits während unserer Reise waren wir in der Nähe von Angers auf das Radweg-Signet von La Vélo Francette gestoßen, eine Route, die im Ganzen von La Rochelle bis nach Ouistreham führt. Mit dem Fahrrad sind wir von St. Nazaire zurück nach Nantes gefahren und haben dort den TER nach Angers genommen – mit leider überfüllten Fahrradabteilen. Doch in Frankreich bleiben Zugreisende und -schaffner erfreulicherweise sehr entspannt und höflich, wenn beim Ein- und Aussteigen Berge von Gepäck und Fahrrädern einmal umgebaut werden müssen.
Angers hätte man von der Loire aus bereits über einen Umweg erreichen können, wir hatten die Stadt ausgelassen. Eine Mischung aus Fachwerk-,Gründerzeit- und Jugendstilhäusern macht sie ganz interessant.
Von hier aus führt der Radweg an der wunderbaren Mayenne entlang durch eine pittoreske Landschaft, in der unzählige Châteaux umgeben von Parks oder auf Felsen auftauchen – so, wie man sich im Klischeebild eigentlich die Loire vorstellt. Die Ortschaften hier sind eher belanglos, umso schöner ist die Landschaft. Ab der Stadt Mayenne verlässt man den Flusslauf, um auf ehemaligen Bahntrassen durch lange Baum-Kathedralen zu fahren.
In dem kleinen Ort Fers mit Bahnanschluss beendeten wir aus unerwarteten familiären Gründen unsere Radreise. Mit dem TER nach Paris und von dort aus mit dem TGV ging es zurück nach Straßburg.

Besonderheiten:
Tolle Chambres d’hôte in alten Herrenhäusern und hier und da die Möglichkeit zum Camping à la Ferme findet man entlang diesem Radweg.

Tipp:
Das Umsteigen in Paris erfordert eine Radfahrt von der Gare Montparnasse zur Gare de l’Est. Sie lässt sich sehr gut auf einem lückenlosen Radweg machen, der über die Ile de la Cité vorbei an Nôtre Dâme führt, den Eiffel-Turm im Rücken. Man teilt sich mit Bus und Taxis eine eigene Spur, nur vor wenig umsichtigen Rechtsabbiegern muss man sich hüten.

Fazit:
Auf den Radfernwegen ist Frankreich ein hervorragendes Radreiseland. Mit den Stromrädern ist man extrem komfortabel unterwegs. Sie sind natürlich inklusive Gepäck recht schwer. Einhängen in den Zügen in Transportvorrichtungen an der Decke funktioniert auch ohne Gepäck nicht. Beim Versuch, auf der Etappe unterwegs mal in einem Café oder einer Touristinformation den Akku zu laden, stößt man bisweilen auf etwas Unverständnis, meist aber auf Freundlichkeit und Entgegenkommen. Wir haben außerdem – in insgesamt vier Wochen – einmal ein wenig Reifen nachgepumpt und einmal Ketten gefettet (Vorsicht: Bremsscheiben dürfen kein Fett abbekommen, sonst bremsen sie erst einmal nicht mehr…) und konnten vollständig pannenfrei die Fahrt genießen!

Karten und Infos online
Euro Velo 5 von Straßburg nach Cernay
http://www.eurovelo.com/de/eurovelos/eurovelo-5
Euro Velo 6 von Hagenbach bis St. Nazaire (Teilstrecke davon ist La Loire à Vélo)
http://www.eurovelo.com/de/eurovelos/eurovelo-6/lander/frankreich
http://www.loireavelo.fr/ (La Loire à Vélo gibt es auch als sehr gute App.)
La Vélo Francette von Angers bis Flers
https://cycling.lavelofrancette.com/

Le Tour eBike en France 2017
Idyll mit Stromrädern
Le Tour eBike en France 2017
Den Atlantik erreicht

Die Stromräder

KTM Macina Sport 10 CX5I / 10 CL CX5I

Starke Trekking Power

die neue KTM Macina Sport 10 CX5I 2017 eBike Serie  ist für längere Trekkingtouren konzipiert und sorgt mit dem 500 Wh Akku , dem Bosch Performance Line CX Mittelmotor und der Shimano XT 10-Gang Kettenschaltung für ausdauerndes und sportliches Fahrgefühl. Natürlich liefert Stromrad das Macina Sport 10 CX5I Pedelec fahrfertig für die nächste Trekkingtour samt Gepäckträger aus.

Un excellent rapport d’expérience! Un grand merci de lÉquipe Stromrad Stuttgart

Erfahrungsberichte von Kunden und Stromradlern

Text und Fotos Quellen: Christine und Wolfgang, Stromrad, KTM, Links zu Wikipedia

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